Schornsteinfeger

Der Schornsteinfeger – für kaum einen Beruf gibt es so viele regionale Bezeichnungen. Aber ob Kaminkehrer, Kaminfeger, Schlotkehrer oder Essenkehrer, nicht nur in Deutschland gelten die Vertreter dieses Handwerks als Glücksbringer.

Neues Schornsteinfegergesetz

2008 das alte Schornsteinfegergesetz durch ein neues Schornsteinfeger-Handwerksgesetz ersetzt. Das Monopol der Schornsteinfeger wurde damit deutlich gelockert und der Markt auch für Schornsteinfeger aus dem europäischen Ausland geöffnet. Zwar blieb die Einteilung in Kehrbezirke bestehen – das vereinfacht die Verwaltung und Kontrolle. Die hoheitlichen Aufgaben wurden aber auf wenige Punkte reduziert und das Nebentätigkeitsverbot für Schornsteinfeger aufgehoben.

Freie Schornsteinfegerwahl

Eine wesentliche Änderung betrifft die freie Schornsteinfegerwahl durch Hauseigentümer. Diese geht mit der Marktöffnung einher. So dürfen Hauseigentümer seit 2009 frei wählen, welcher Schornsteinfeger die – gesetzlich vorgeschriebenen – Kehrungen, Überprüfungen und Messungen vornimmt. Sie müssen allerdings nachweisen, dass sie ordnungs- und fristgemäß von einem Schornsteinfeger erledigt wurden. Dieser Schornsteinfeger muss zudem in dem neu eingeführten Schornsteinfegerregister aufgeführt sein. Damit wird nachgewiesen, dass er befugt ist, Schornsteinfegerarbeiten auszuführen.

Bezirksschornsteinfeger

Die Aufgaben des Bezirksschornsteinfegermeisters wurden mit dem neuen Gesetz eingeschränkt. Er heißt nun auch bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger und ist nur noch zuständig für die Bauabnahme, die Kontrolle darüber, dass die vorgesehenen Kehrungen und Überprüfungen fristgerecht erfolgen, die Feuerstättenschau sowie das Führen eines Kehrbuches. Er wird auch nicht mehr auf Lebenszeit ernannt, sondern nur noch für die Frist von sieben Jahren. Danach muss der Kehrbezirk neu ausgeschrieben werden und auch der bisherige bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger muss sich neu bewerben. Aber auch für ihn gilt, dass er ab 2013 Nebentätigkeiten ausführen darf.

Feuerstättenbescheid

Eine der hoheitlichen Aufgaben des Bezirksschornsteinfegers ist die zwei Mal in sieben Jahren durchzuführende Feuerstättenschau. Nach diesen dort gewonnenen Daten wird der Feuerstättenbescheid ausgestellt. Diesen Bescheid erhalten alle Hausbesitzer bis Ende 2012. In ihm sind alle Feuerstätten im jeweiligen Haus aufgeführt. Hauseigentümer können dem Bescheid entnehmen, welche Arbeiten in welchen Intervallen durchgeführt werden müssen. Nur auf Basis des Feuerstättenbescheids können die Arbeiten an freie Schornsteinfeger vergeben werden. Die Erledigung der Arbeiten laut Feuerstättenbescheid muss in einem Formblatt nachgewiesen werden, das dem zuständigen bevollmächtigen Bezirksschornsteinfeger zugesandt werden muss.

Schornsteinfegergebühren

Der Feuerstättenbescheid ist einer der Posten, dessen Kosten in der Kehr- und Überprüfungsordnung festgesetzt sind. Bis Ende 2012 gilt das auch für die anderen Aufgaben, die ein Schornsteinfeger erledigt. Jeder Tätigkeit sind sogenannte Arbeitswerte zugeordnet, die je nach Bundesland zwischen 1,00 und 1,30 kosten. So kommen auch die Preisunterschiede zustande. Ab 2013 sind die Preise frei verhandelbar.

Mess- und Überprüfungsfristen

Bundesweit einheitlich festgelegt sind dagegen die Kehr-, Mess- und Überprüfungsfristen. Sie finden sich in der Kehr- und Überprüfungsordnung sowie in der Bundesimmissionsschutz-Verordnung. Die Intervalle sind abhängig vom Alter der Feuerungsanlage, der Art der Anlage, dem Brennstoff und der Nutzungsintensität.

Vor- und Nachteile der Öffnung

Auch nach der sicher überfälligen Öffnung des Schornsteinfegermarktes werden einige Hauseigentümer unzufrieden bleiben. Denn sie werden sich weiterhin mit einem Bezirksschornsteinfeger auseinandersetzen (müssen). Andere werden es vorziehen, wie bisher alle Arbeiten von ihrem zuständigen Schornsteinfeger erledigen zu lassen, weil sie sich damit einen erheblichen Verwaltungsaufwand sparen. Wie sich die Kosten angesichts der Liberalisierung entwickeln, ist bisher nicht vorherzusagen.