Entwicklung des Berufsbildes der Schornsteinfeger

Die ersten Anfänge des Handwerks der Schornsteinfeger liegen lange zurück. Es kam auf, als gemauerte Schornsteine immer häufiger in Häusern zu finden waren und die Häuser immer mehr hatten, vor rund 400 bis 500 Jahren. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Berufsbild jedoch erheblich geändert – vor allem in den letzten fünfzig Jahren war eine rasante Ausweitung des Tätigkeitsfeldes der Schornsteinfeger zu beobachten.

Aufgaben eines Schornsteinfegers

Die Synonyme für den Beruf Schornsteinfeger sprechen Bände: Kaminkehrer, Essenkehrer, Schlotfeger – die ursprünglichen Tätigkeiten von Schornsteinfegern haben dem Handwerk den Namen gegeben. Zunächst ging es also darum, Kamine und Rauchabzüge vom Ruß zu befreien und so zum aktiven Brandschutz beizutragen. Nach und nach kamen aber immer mehr Anforderungen hinzu, die dem Schornsteinfeger als hoheitliche Aufgaben übertragen wurden. Neben dem Brandschutz ist das zum Beispiel auch die Kontrolle der Leitungen auf Dichtigkeit, um gefährliche Kohlenmonoxidvergiftungen auszuschließen. Mit zunehmendem Umweltbewusstsein kamen dann auch die Emissionsmessungen hinsichtlich verschiedener Schadstoffe und die Kontrolle der Verbrennungsqualität hinzu. Und schließlich umfasst das Aufgabenspektrum des Schornsteinfegers seit Längerem auch Beratungsleistungen, etwa bei Änderungen von Feuerungsanlagen oder bei der Beseitigung von festgestellten Mängeln.

Entwicklung der Schornsteinfeger zu Energieberatern

Andere Tätigkeiten als die im Schornsteinfegergesetz festgelegten Aufgaben waren Schornsteinfegern lange verwehrt. Mit dem neuen Schornsteinfegergesetz sind aber zusätzliche Dienstleistungen erlaubt worden. Hatte sich der Trend schon angedeutet, so ist heute der Schornsteinfeger immer öfter ein Energieberater. Der effiziente Umgang mit Energie liegt schließlich auch im öffentlichen Interesse. Von der Ausbildung her sind Schornsteinfeger außerdem dafür ganz hervorragend geeignet, da sie umfassend zu den Themen Verbrennung, Heiztechnik, Immissionsschutz, Energieverbrauch, Umweltschutz geschult werden.

Dienstleistungsanbieter rund um die Themen Heizung und Energie

Ab 2013 dürfen Schornsteinfeger neben ihren gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben auch andere Leistungen erbringen. Die Bildungseinrichtungen des Schornsteinfegerhandwerks bieten zahlreiche und umfassende Weiterbildungen an.

  • An erster Stelle sind hier Energieberatungen zu nennen. Schornsteinfeger stellen auch Energieausweise aus, die bei Vermietung oder Verkauf verpflichtend vorgelegt werden müssen.
  • Darüber hinaus gehören auch Blower-Door-Tests oder Thermografien zum Dienstleistungsangebot.
  • Auch sogenannte Energiespar-Checks führen Schornsteinfeger durch und zeigen Möglichkeiten zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäude, Heizung und Verbrauchsverhalten auf.
  • Weiters kann auch die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs dem Schornsteinfeger überlassen werden.
  • Wird zum Beispiel der Einbau eines neuen offenen Kamins oder einer anderen Feuerungsanlage geplant, so kann der Schornsteinfeger als neutrale Instanz auch die notwendigen Kamindurchschnitte berechnen.