Ausbildung zum Schornsteinfeger

Schornsteinfeger ist in Deutschland ein anerkannter Ausbildungsberuf, dessen Inhalte und Ausbildung in der Handwerksordnung festgelegt sind. Es handelt sich dabei um eine dreijährige Ausbildung bei einem Schornsteinfegermeister.

Ablauf der Ausbildung zum Schornsteinfeger

Wie bei jedem Ausbildungsberuf im Handwerk, teilt sich die Ausbildung auf zwischen der praktischen Tätigkeit im Betrieb eines Bezirksschornsteinfegers und dem Besuch der Berufsschule. Diese Schornsteinfegerschulen bieten den Unterricht in Blöcken an. Die Schulen sind als Internate organisiert. Es muss eine Zwischenprüfung abgelegt werden, normalerweise vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres. Am Ende der Ausbildung steht dann die Gesellenprüfung zum Schornsteinfeger. Diese Prüfung umfasst im praktischen Teil sechs Arbeitsproben und die Anfertigung zweier Prüfungsstücke. Im theoretischen Teil werden in vier verschiedenen Prüfungsfächern die Kenntnisse schriftlich abgefragt, eine zusätzliche mündliche Prüfung ist möglich. Die Prüfungsfächer sind Technologie, Technische Mathematik, Technisches Zeichnen und Wirtschaft- und Sozialkunde.

Inhalte der Ausbildung

Die genauen Ausbildungsinhalte sind in der „Verordnung über die Berufsausbildung zum Schornsteinfeger“ festgelegt. Darin werden siebzehn Bereiche genannt, in denen die entsprechenden Kenntnisse vermittelt werden sollen. Das umfasst dann unter anderem allgemeine, nicht fachbezogene Kenntnisse in Organisation und Ausbildung, Arbeits- und Tarifrecht, Arbeitsschutz und -sicherheit, Berufsrecht, Baurecht, Brandschutz, Arbeitsablaufplanung und Umgang und Anfertigung technischer Unterlagen, das Führen von Kundengesprächen und Beratungen. Zu den fachspezifischen Kenntnissen gehören laut § 3 der Ausbildungsverordnung: die Instandhaltung von Arbeitsgeräten; die Überprüfung der Funktion sowie der Brand- und Betriebssicherheit, des Umweltschutzes und der Energieeinsparung von Anlagen und Einrichtungen; Feststellung und Dokumentation von Mängeln und Funktionsstörungen; Immissionsschutzmessungen; Kehren, Reinigen, Überprüfen von Feuerungsanlagen und Lüftungsanlagen.

Tätigkeitsfelder

Schornsteinfeger haben sich vom Kaminkehrer zu Umweltspezialisten gewandelt. So zeigen sich auch das Tätigkeitsfeld und die Arbeitsorte sehr abwechslungsreich. Schornsteinfeger sind nicht nur während ihrer Ausbildung, sondern auch danach bei einem Schornsteinfegermeister angestellt. Zwar hat nach wie vor das Kehren seinen Platz, aber neben den Reinigungstätigkeiten nimmt die Überprüfung von Schornsteinen, Lüftungen, Heizungsanlagen, Feuerstellen wie Kaminen oder Kachelöfen einen großen Platz ein. Der Umgang mit modernen Messgeräten gehört zum Alltag. Es bestehen gute Weiterbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel in den Bereichen Heizungs- oder Feuerungs- und Klimatechnik, Umweltschutz und Immissionsschutz. Schornsteinfeger können in Deutschland ab 2013 auch andere Dienstleistungen als die im Schornsteinfegergesetz festgelegten anbieten, also Energie- oder Umweltberatungen. Da unter bestimmten Voraussetzungen während der Ausbildung die Fachhochschulreife erlangt wird, können Schornsteinfeger auch ein Studium in relevanten Studiengängen wie Umwelttechnik, Klimatechnik oder Facility Management absolvieren.