Bezirksschornsteinfegermeister

Ende des 19. Jahrhunderts, genau genommen 1869 wurde in einer ersten Gewerbeordnung in Preußen das Schornsteinfegerwesen geregelt und es wurden sogenannte Kehrbezirke eingeführt. Allerdings waren diese damals noch nicht Pflicht. Erst 1935 wurde diese „Kann-Bestimmung“ in eine Pflicht verwandelt. Danach musste jede Gemeinde Kehrbezirke ausweisen, für die ein Bezirksschornsteinfeger zuständig war. Zuständigkeit der Bezirksschornsteinfeger Der Bezirksschornsteinfeger übernahm beziehungsweise übernimmt hoheitliche Aufgaben. Allerdings hat sich mit der Novellierung des Schornsteinfegergesetzes auch der Rahmen der hoheitlichen Aufgaben geändert.

Alte Gesetzgebung

Nach dem alten Schornsteinfegergesetz ist allein der Bezirksschornsteinfeger für das Kehren der Schornsteine, die Überprüfung der Feuerstätten und Abgasanlagen sowie die Emissionsmessung zuständig. Außerdem ist es seine alleinige Aufgabe, bei Neubauten oder Änderungen zu überprüfen, ob Bauvorschriften und Betriebssicherheit gewährleistet waren. Jeder Hauseigentümer ist verpflichtet, dem Bezirksschornsteinfeger Zutritt zu gewähren. Von den Gemeinden werden immer nur so viele Bezirksschornsteinfeger bestellt, wie Bezirke vorhanden sind. Der Bezirksschornsteinfeger konnte andere Schornsteinfeger einstellen, die nach seiner Maßgabe die Aufgaben übernahmen. Ein Bezirksschornsteinfeger wurde nach dem alten Gesetz auf Lebenszeit bestimmt. Wer einen Bezirk übernehmen wollte, musste sich auf einer Warteliste nach vorn arbeiten und nachweisen, dass er mindestens zwei Jahre vor Bestellung zum Bezirksschornsteinfeger als Schornsteinfeger in dem betreffenden Bundesland bei einem anderen Bezirksschornsteinfeger gearbeitet hat. Außerdem bestand nach der Bestellung die Pflicht, in der Nähe des Kehrbezirks zu wohnen.

Neue Gesetzgebung

Daran hat sich nach der neuen Gesetzgebung einiges geändert. Der Bezirksschornsteinfeger wird ab 2013 nur noch für jeweils sieben Jahre ernannt und muss sich dann für das Amt neu bewerben. Für alle Bezirksschornsteinfeger, denen 2008 schon ein Bezirk zugesprochen war, gilt die Regelung ab 2014. Zulassungsbeschränkungen bei der Bewerbung zum Bezirksschornsteinfeger, wie die oben genannte Residenzpflicht oder der Nachweis praktischer Tätigkeiten bei einem Bezirksschornsteinfegermeister, entfallen. Der Bezirksschornsteinfeger darf auch in anderen Bezirken tätig werden und auch Nebentätigkeiten übernehmen. Außerdem wurde das Monopol der Bezirksschornsteinfeger beschnitten: Aufgaben wie Kehren oder Emissionsmessungen können nun auch von anderen Schornsteinfegern übernommen werden. Allerdings verbleiben folgende hoheitliche Aufgaben beim zuständigen Bezirksschornsteinfeger, der dann „bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger“ heißt. Für diese Aufgaben, für die auch nach wie vor die Gebühren festgesetzt werden, ist wegen ihres hoheitlichen Charakters kein Wettbewerb erlaubt:

Wie finde ich meinen persönlichen Bezirksschornsteinfeger?

Wer Kontakt zu seinem zuständigen Bezirksschornsteinfeger aufnehmen will, der kann sich an die Innung im jeweiligen Regierungsbezirk wenden. Noch leichter ist die Suche über das Internet. Auf der Website des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks (http://www.schornsteinfeger.de/) gibt es einen entsprechenden Link, der zu den jeweiligen Landesverbänden führt.

  • Feuerstättenschau
  • Überprüfung von neu errichteten oder geänderten Feuerstätten (zum Beispiel bei Inbetriebnahme von offenen Kaminen oder neuen Heizungen)
  • Bauabnahmen
  • Führen eines Kehrbuchs