Schornsteinfeger als Glückbringer

Immer zum Jahreswechsel kann man sie an jeder Supermarktkasse erstehen, stehen sie beim Bäcker als Marzipanfigur oder stecken aus Kunststoff in kleinen Klee-Blumentöpfen. Die Rede ist von einem der bekanntesten Glücksbringer: dem Schornsteinfeger. Sie reihen sich damit ein in eine Ansammlung aus Kleeblättern, Hufeisen oder Fliegenpilzen.

Wie kommt denn der Schornsteinfeger zu seinem guten Ruf als Glückbringer?

Wie so oft, wenn es um Aberglaube geht, kann man die Wurzeln im Mittelalter finden. Damals glaubten viele Menschen, dass die Seelen der Toten durch den Kamin das Haus verließen. Gleichzeitig hatten sie auch Angst vor dem Bösen: Angeblich konnten Dämonen oder Hexen durch den Kamin ins Haus gelangen. Und dann waren da die Schornsteinfeger: Sie hielten sich genau dort auf, wo Geister, Hexen und Dämonen vermutet wurden. Bedeckt von Ruß, wie Schornsteinfeger heute ja eigentlich nicht mehr sind, sahen sie ziemlich furchterregend aus, die „schwarzen Männer“. Sie sahen also genau so aus, wie sich die Menschen damals ein Abbild des Teufels vorstellten. Und ihnen wurde die Fähigkeit zugesprochen, anderes Böse zu bannen. Deshalb war der „Respekt“ vor Schornsteinfegern ziemlich groß. Gleichzeitig war Ruß das Mittel der Wahl, um die bösen Geister zu vertreiben und wurde außerdem als Medizin und als Mittel gegen zahlreiche Gefahren genutzt. Lauter positive Aspekte, die dann mit dem Schornsteinfeger verbunden wurden. Deshalb hatten Schornsteinfeger sozusagen eine Doppelrolle: als Abbild des Teufels und gleichzeitig als Glückbringer.

Weitere Erklärungen für den Schornsteinfeger als Glückbringer?

Eine Erklärung, die auch für moderne Menschen leichter nachvollziehbar ist, ergibt sich durch die Tätigkeit der Schornsteinfeger. Durch das Fegen und Reinigen der Kamine und Schlote konnten Brände verhindert werden. Aus schlecht gereinigten Kamin konnte glühende Asche fallen, die nicht nur einzelne Häuser, sondern ganze Viertel in Brand setzen und vernichten konnte. Aber auch brennende Schornsteine – mit den gleichen gefährlichen Auswirkungen – wurden durch den Schornsteinfeger verhindert. Ebenso half der Schornsteinfeger, Vergiftungen durch schlecht ziehende Kamine zu vermeiden. Das bedeutet pures Glück! Im Laufe der Zeit hatte sich zudem eingebürgert, dass der Schornsteinfeger zum Jahresende seine Rechnung ins Haus brachte. Und natürlich sprach er bei dieser Gelegenheit auch seine guten Wünsche zum Neuen Jahr aus.