Schornsteinfegermeister

Nach dem alten Schornsteinfegergesetz konnten nur Schornsteinfegermeister Bezirksschornsteinfeger werden und sich fortan „Bezirksschornsteinfegermeister“ nennen. Dafür wurde ein ganz bestimmter Werdegang gefordert. Heute können Bewerber auch aus EU-Ländern zugelassen werden, wenn sie nachweisen, dass sie über die entsprechende Qualifikation verfügen.

Ausbildungsweg zum Schornsteinfegermeister

Der Ausbildungsweg zum Schornsteinfegermeister ist in der sogenannten Schornsteinfegermeisterverordnung – SchoMstrV von 1984 festgelegt. Von Bedeutung sind darüber hinaus die „Verordnung über gemeinsame Anforderungen in der Meisterprüfung im Handwerk und in handwerksähnlichen Gewerben“ sowie die Handwerksordnung. Außerdem gibt es Rahmenlehrpläne, in denen die Stoffgebiete festgelegt sind.

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Schornsteinfegermeister sind wie bei allen Meisterausbildungen bundesweit einheitlich. Wer eine Weiterbildung zum Schornsteinfegermeister absolvieren möchte und die Meisterprüfung ablegen will, der muss zunächst die entsprechende Qualifikation nachweisen. Das kann entweder die erfolgreich abgelegte Gesellenprüfung als Schornsteinfeger oder die Gesellenprüfung in einem verwandten Handwerksberuf sein. Auch eine Ausbildung in einem nicht handwerklichen, sondern industriellen Ausbildungsberuf gilt als entsprechende Qualifikation, ebenso eine erfolgreich absolvierte Meisterprüfung in einem anderen Handwerk.

Ausbildungsinhalte

In der Meisterprüfung zum Schornsteinfegermeister wird unter anderem eine Arbeitsprobe verlangt, in der nachgewiesen werden muss, dass die notwendigen Kenntnisse für die Kehrung, Überprüfung, Begutachtung von Schornsteinen, Feuerstätten, Feuerungsanlagen, Ablufttechnik und für Emissionsmessungen vorhanden sind. In der Vorbereitung zur Prüfung zum Schornsteinfegermeister werden entsprechende Kenntnisse in Chemie, Mathematik und Physik, zu Feuerstätten und Lüftungstechnik, Baukunde oder technisches Zeichnen vermittelt. Weiterhin soll in der Prüfung nachgewiesen werden, dass die Fähigkeit und die Kenntnisse zur Führung eines Kehrbezirks sowie für die entsprechende Verwaltungsarbeit vorhanden sind. Auch Kenntnisse in rechtlichen Fragen, von Baurecht über Brandschutz, Immissionsschutzrecht, bis zu Schornsteinfegerrecht und Arbeitsschutz, werden überprüft. Schließlich wird auch die Befähigung zur Führung eines Betriebs, insbesondere hinsichtlich Controlling, Rechnungswesen und Steuerrecht sowie Unternehmensrecht abgeprüft.

Tätigkeitsfeld der Schornsteinfegermeister

Schornsteinfegermeister haben umfangreiche Fach- und auch Führungsaufgaben. In Deutschland machte sich bisher der größte Teil der Schornsteinfegermeister als Bezirksschornsteinfegermeister selbstständig. Bezirksschornsteinfegermeister übernehmen auch die Ausbildung neuer Schornsteinfeger. Neben den im Gesetz festgelegten Aufgaben ist es mit dem neuen Schornsteinfegergesetz auch erlaubt, andere Tätigkeiten wie etwa die Energie- oder Heizungsberatung anzubieten.

Verteilung der Kehrbezirke ab 2013

Mit der Reform des Schornsteinfegergesetzes wurde festgelegt, dass Bezirksschornsteinfegermeister nur noch für sieben Jahre bestellt werden. Die Stellen werden von den jeweils zuständigen Behörden in den Bundesländern öffentlich ausgeschrieben. Jeder Bezirksschornsteinfegermeister kann nur für einen Bezirk bevollmächtigt werden. Die Bewerbung sowie die Bestellung zum Bezirksschornsteinfegermeister sind kostenpflichtig.