Festbrennstoff-Feuerstätte
Leitfaden für Anschaffung, Einbau und Betrieb:
Fasziniert auch Sie das flackernde Feuer von
Holz/ Holzbriketts und Braunkohlenbriketts in einem Kaminofen oder
Heizkamin? Sehnen Sie sich während der kühlen Jahreszeit
auch nach der gemütlichen und wohligen Wärme eines Kachelofens?
Tragen Sie sich daher vielleicht schon mit dem Gedanken, eine moderne
Feuerstätte für feste Brennstoffe zu kaufen, wie das bereits
mehr als 6 Mio. Besitzer von Kachel-/Kaminöfen und Heizkaminen
vor Ihnen getan haben? Dann haben Sie sicherlich zu der Anschaffung,
dem Einbau und dem Betrieb eines solchen Gerätes einige Fragen.
Dieser Leitfaden soll Ihnen dabei helfen, die wesentlichen Fragen
zu diesem Thema zu beantworten. Bitte nehmen Sie sich etwas Zeit
und lesen Sie die nachfolgenden Hinweise aufmerksam durch. Auch
ein noch so ausführlicher Ratgeber kann leider nicht alle Fragen
beantworten. Sie sollten daher ein Beratungsgespräch mit einem
Fachmann in Ihre Planung Immer mit einbeziehen.
Planung ist der erste Schritt
Die Anschaffung einer modernen Feuerstätte
sollte gut vorbereitet werden, denn solche Geräte sollen für
viele Jahre Ihr Heim verschönern und behagliche Wärme
liefern. Kaum ein anderer Einrichtungsgegenstand verändert
die heimische Wohnkultur wie ein Kachelofen, Kaminofen oder Heizkamin.
Bevor Sie sich mit dem Design einer Feuerstätte beschäftigen
und die umfangreichen Kataloge der Hersteller sichten, sollten Sie
sich selbst zunächst folgende Frage beantworten:
Warum eine neue Feuerstätte?
Haben Sie in Ihrer Wohnung Feuerstätten
für feste Brennstoffe? Wollen Sie ein altes gegen ein neues
Gerät austauschen? Dann steht insbesondere die richtige Heizleistung
im Vordergrund. Oder Sie nutzen eine Zentral- oder Etagenheizung
und möchten sich zusätzlich eine Feuerstätte für
feste Brennstoffe anschaffen. Dann sind die Fragen des Standorts
in der Wohnung, der Schornsteinanschluss und die richtige Heizleistung
zu beantworten.
Tipp: Haben Sie sich für
eine moderne Feuerstätte entschieden, sollten Sie vor dem Erwerb
mit Ihrem Schornsteinfeger Kontakt aufnehmen. Er kann Ihnen aufgrund
der technischen Daten der Feuerstätte sagen, ob ein bereits
vorhandener Schornstein für den Anschluss der Feuerstätte
geeignet ist, bzw. ob ein neu zu errichtender Schornstein zu planen
ist. Sollten Sie in einer Mietwohnung wohnen, benötigen Sie
die Zustimmung des Eigentümers.
Darf eine Festbrennstoff-Feuerstätte im Wohngebiet betrieben
werden?
Erkundigen Sie sich frühzeitig, ob Sie
eine Feuerstätte für feste Brennstoffe in Ihrem Haus oder
Wohnung betreiben dürfen oder ob Sie mit eventuellen Einschränkungen
rechnen müssen. Auskünfte erhalten Sie bei Ihrem Bezirksschornsteinfegermeister
bzw. bei der zuständigen Behörde (z. B. Bauamt) Ihrer
Gemeinde/Stadt.
Was tun, wenn bestimmte Brennstoffe nicht eingesetzt werden dürfen?
1. Bitten Sie Vertreter des Gemeinde- bzw.
Stadtrats um Informationen über diesbezügliche Einschränkungen
und lassen Sie sich diese erläutern.
2. Nehmen Sie Kontakt zu einem Festbrennstoffbeauftragten
des Deutschen Braunkohlen-Industrie-Vereins (DEBRIV) bzw. des Gesamtverbands
des Deutschen Brennstoff- und Mineralölhandels (gdbm) auf.
Die Adressen finden Sie am Ende des Leitfadens im Anhang. Hier erhalten
Sie Informationen, Rat und Hilfe.
Wo kann ich eine moderne Feuerstätte kaufen und wer baut sie
mir ein?
Feuerstätten für feste Brennstoffe
gibt es beim Kachelofenbauer, in Kaminstudios, beim Fachhandel und
in Baumärkten. Die Auswahl ist groß - ob klassisch, rustikal
oder elegant - für jeden Geschmack und Preisklasse gibt es
Feuerstätten. Achten Sie beim Erwerb der Feuerstätte darauf,
dass diese mit dem sog. Ü-Zeichen gekennzeichnet ist. Das Zeichen
sagt aus, dass die Feuerstätte den gesetzlichen Bestimmungen
entspricht. Aber: Der Selbsteinbau gehört zu den anspruchsvollen
"Do it yourself-Arbeiten" und erfordert spezielle Kenntnisse.
Der Einbau bzw. die Aufstellung einer Feuerstätte sollte deshalb
durch den Fachbetrieb erfolgen. Sonst können beim Betrieb oder
der Abnahme Probleme entstehen. In einigen Bundesländern ist
es not- wendig, diese fachgerechte Aufstellung des Gerätes
bestätigen zu lassen. Fragen Sie hierzu bitte den zuständigen
Schornsteinfeger oder Fachbetrieb.
Welches Gerät ist das Richtige für mich?
Die Antwort hängt davon ab, ob Sie Ihre
Feuerstätte lediglich als Zweitheizgerät neben Ihrer Zentral-
oder Etagenheizung nutzen wollen oder als Hauptheizgerät. Bei
der Nutzung als Zweitheizgerät steht die Behaglichkeit und
das Feuererlebnis im Vordergrund. Bei der Verwendung als Vollheizung
sollte eine exakte Wärmebedarfsrechnung von einem Kachelofenbauer
bzw. Fach- betrieb erstellt werden.
Je nach Gerätegröße ist das Gewicht und damit auch
die Statik des Hauses zu beachten. Darüber hinaus muss festgelegt
werden, wo das Ofenrohr installiert wird. Wenn Sie Ihre Feuerstätte
mit Braunkohlenbriketts beheizen wollen, beachten Sie bitte, dass
die Feuerstätte über einen Rost verfügt, der auch
die Verbrennung von Holz positiv beeinflussen kann.
Welche Brennstoffe sind geeignet?
Bevor Sie das Gerät in Betrieb nehmen,
unbedingt die Bedienungsanleitung der Feuerstätte lesen. Es
dürfen nur geeignete Brennstoffe wie z. B. naturbelassenes
stückiges trockenes Holz, Holzbriketts und Braunkohlenbriketts
eingesetzt werden. Denken Sie daran, Ihre Feuerstätte für
Festbrennstoffe ist keine Müllverbrennungsanlage. Abfälle,
Plastik, Pappen, feuchtes Holz, behandeltes Holz (gestrichen, lackiert,
imprägniert), Spanplatten usw. dürfen nicht verbrannt
werden. Das Verbrennen von ungeeigneten Stoffen führt zu erheblicher
Umweltbelastung, verbunden mit Nachbarschaftsbeschwerden. Seien
Sie kein Umweltmuffel! Tragen Sie dazu bei, Vorbehalte gegenüber
Festbrennstoffen abzubauen (siehe auch "Wie bediene ich die
Feuerstätte richtig?"). Darüber hinaus schadet der
Einsatz von ungeeigneten Stoffen Ihrer Feuerstätte und dem
Schornstein.
Wie bediene ich die Feuerstätte richtig?
Praktizierter Umweltschutz ist nicht nur eine
Frage der Umweltverträglichkeit des Brennstoffs und des modernen
Heizgerätes. Zur Vermeidung unnötiger Emissionen gehören:
richtiger Brennstoff
richtige Feuerstätte und Schornstein
richtige Handhabung.
Bei richtiger Bedienung der Heizgeräte
können die Emissionen bei der Verbrennung von hochwertigen
Briketts aus Braunkohle und Holz deutlich gesenkt werden. Auch wieder
zunächst die wichtigste Empfehlung: Unbedingt die Bedienungsanleitung
des Heizgerätes beachten, und nur geeignete Brennstoffe einsetzen!
So sollten Sie mit Braunkohlenbriketts und Holz/Holzbriketts heizen:
Feueranzünden
Legen Sie geeignete Anzünder, eine ausreichende
Menge dünnes Anzündholz, ein paar Braunkohlenbriketts
bzw. Holzscheite/ Holzbriketts auf den sauberen Rost. Bringen Sie
die Luftregler/- schieber in Anzündstellung, zünden Sie
an und schließen Sie die Feuerraumtür. Wenn der Brennstoff
vollständig entzündet ist, stellen Sie die Luftregler/-schieber
auf die gewünschte Leistungs- stufe gemäß Bedienungsanleitung.
Verwenden Sie niemals Benzin oder ähnliche Flüssigkeiten
als Anzündhilfe!
Heizbetrieb
Nach der Anzündphase entsteht ein Glutbett.
Für den Heizbetrieb rütteln Sie einfach die Asche ab bzw.
schüren das Glutbett. Legen Sie ein paar Braunkohlenbriketts
bzw. Holzscheite/Holzbriketts auf die Glut und stellen Sie die Luftregler/-schieber
auf Anzündstellung. Wenn der Brennstoff vollständig entzündet
ist, stellen Sie die Luftregler/-schieber auf die gewünschte
Wärmeabgabe ein.
Glut halten
Legen Sie vor der Nachtruhe noch zwei bis vier
Braunkohlenbriketts auf und warten Sie, bis sie brennen. Dann stellen
Sie die Luftregler/- schieber gemäß Bedienungsanleitung
ein. Am nächsten Morgen können Sie, nach dem Sie die Asche
abgerüttelt und das Glutbett geschürt haben, ein paar
Braunkohlenbriketts bzw. Holzscheite/ Holzbriketts auf die Glut
auflegen. Verfahren Sie weiter wie unter Heizbetrieb beschrieben.
Zum Schluss
Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart 5-7
% Heizenergie. Um Energie zu sparen und die Umwelt zu schonen, sollte
man nur so viel Brennstoff auflegen wie gerade nötig. Die Feuerstätten
sowie die Verbindungsstücke zum Schornstein sollten regelmäßig
von einem Fachmann gewartet werden.
Eine mangelhafte Wartung bringt Leistungsverluste,
die letztlich unnötige Emissionen bewirken. Bitte beachten:
Wenn Sie Ihre Feuerstätte offen betreiben, sollte Sie vorzugsweise
Laubhölzer (z.B. Buche, Birke...) verwenden, da Nadelhölzer
zum Funkenflug neigen.
Wie oft darf ich eine Festbrennstoff-Feuerstätte betreiben?
Kann Ihre Feuerstätte bestimmungsgemäß
offen betrieben werden, d.h. mit offenem Feuerraum bzw. mit offener
Feuerraumtür, dann darf die Feuerstätte nur gelegentlich
genutzt werden. Wird Ihre Feuerstätte bestimmungsgemäß
nur geschlossen betrieben (z. B. Kachelöfen) oder hat Ihr Gerät
selbstschließende Feuerraumtüren, dann besteht keine
zeitliche Nutzungsbeschränkung.
Welche Brandschutzbestimmungen gelten?
Die bei der Installation zu beachtenden Schutzmaßnahmen
sind abhängig von der Art der Feuerstätte. Detaillierte
Hinweise gibt der Hersteller in seiner Aufstellanleitung. Diese
sind unbedingt zu beachten. Ziehen Sie den Schornsteinfeger und
den Fach- betrieb zu Rate.
Wie ist es mit der nötigen Verbrennungsluft?
Fragen Sie den Schornsteinfeger oder den Fachbetrieb,
ob bei Ihnen eine ausreichende Verbrennungsluftzufuhr gewährleistet
ist.
Ist der Schornstein für die Festbrennstoff-Feuerstätte
geeignet?
Lassen Sie sich von Ihrem zuständigen
Bezirksschornsteinfeger- meister bestätigen, dass Ihr Schornstein
für den Betrieb Ihrer Festbrennstoff-Feuerstätte geeignet
ist. Lassen Sie die Verbindung der Feuerstätte zum Schornstein
von einem Fachmann ausführen.
Wie oft sollen Feuerstätte und Schornstein gereinigt werden?
Die Kehrordnungen der Länder enthalten
Kehrfristen von einmal bis dreimal jährlich. Auskunft gibt
der zuständige Schornsteinfeger. Funktionsstörungen haben
häufig ihre Ursache in ver- schmutzten und verrußten
Feuerstätten und Ofenrohren. Feuerstätten und Ofenrohre
werden entweder vom Betreiber, einem Fachbetrieb oder dem Schornsteinfeger
gereinigt.
Welche Festbrennstoffe werden empfohlen?
Es werden Braunkohlenbriketts, naturbelassenes
stückiges trockenes Holz und Holzbriketts empfohlen. Das Braunkohlenbrikett
ist seit vielen Jahrzehnten ein bewährter Brennstoff. Rohstoff-
und produktionsbedingt weisen Braunkohlenbriketts eine definierte
und konstante Qualität auf. Diese unterliegt einer strengen
Kontrolle. Braunkohlenbriketts der Marken UNION und REKORD aus den
deutschen Braunkohlenrevieren sind ideale Brennstoffe und erfüllen
die gesetzlichen Anforderungen.
Wo kann ich Braunkohlenbriketts und Scheitholz kaufen?
Braunkohlenbriketts und Scheitholz/Holzbriketts
können Sie beim örtlichen Brennstoff-Fachhandel kaufen
und auch bringen lassen. Des weiteren werden Festbrennstoffe in
Bau- und Ver- brauchermärkten angeboten. Lieferantenadressen
finden Sie in den "Gelben Seiten" oder erhalten Sie bei
den Brennstoffvertriebsgesellschaften (Adressen siehe Anhang).
Wie lagere ich Brennstoffe richtig?
Braunkohlenbriketts sollten in Räumen,
z. B. im Keller oder in der Garage, oder zumindest überdacht
gelagert werden. Gebündelte und verpackte Briketts erleichtern
Ihnen den Transport und die Lagerung.
Frisch geschlagenes Holz muss an einer belüfteten,
möglichst sonnigen Stelle regengeschützt gestapelt und
ca. 2 Jahre getrocknet werden. Nur trockenes Holz kann in einem
belüfteten Keller aufbewahrt werden.
Generell gilt: Bei der Lagerung
fester Brennstoffe ist jeglicher Um- gang mit offenem Feuer unbedingt
zu unterlassen. Sie sollten nicht in unmittelbarer Nähe von
Wärmequellen und leicht entflammbaren Stoffen lagern.
Und wie ist das mit dem Umweltschutz?
In modernen Feuerstätten können Festbrennstoffe
umweltverträglich eingesetzt werden. Es entstehen dann Probleme,
wenn:
eine veraltete Feuerungstechnik vorhanden ist
das Gerät falsch bedient wird
nicht geeignete Brennstoffe eingesetzt werden.
Die Ausführungen in diesem Leitfaden machen
deutlich, dass alle drei Ursachen heute keine Argumente mehr gegen
Feuerstätten für Festbrennstoffe sind. Die Feuerungstechnik
ist deutlich verbessert worden, wodurch die Emissionen erheblich
reduziert werden konnten. Der Umweltschutz kann deshalb nicht als
Begründung herangezogen werden, um den Einsatz von Festbrennstoffen
pauschal zu reglementieren oder gar zu verbieten. Darüber hinaus
passen Verwendungsbeschränkungen nicht in eine Zeit, in der
Deregulierung und liberalisierte Märkte angesagt sind. Sie
als Verbraucher sollen die Wahl haben, und Sie können Ihre
Wahl dank hochentwickelter Technik, qualitativ hochwertiger Brennstoffe
und fachkundiger Unterstützung durch die Branche guten Gewissens
treffen. Und der Missbrauch darf heute für aufgeklärte
Verbraucher kein Thema mehr sein. Sie als Nutzer dieser mit Festbrennstoffen
betriebenen Feuerstätten können durch Ihr Verhalten wesentlich
zum Umweltschutz beitragen und zugleich Ihre Bedürfnisse nach
Wohlbehagen und Wärme erfüllen.
Haben Sie jetzt noch Fragen...?
Dann können Sie sich selbstverständlich
an die im Anhang ge- nannten Personen wenden oder fragen Sie Ihren
Schornsteinfeger, Schornsteinhersteller, Gerätehersteller,
Kachelofenbauer, Kamin- studio, Brennstoff-Fachhändler oder
Fachbetrieb.
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