Thermografie

Im Rahmen der beratenden Tätigkeit bieten Schornsteinfeger auch die Erstellung einer Thermografie an. Eine Thermografie ist im Prinzip eine Aufnahme, auf der die Infrarotstrahlung sichtbar gemacht wird.

Wärmebildkamera

Eine Thermografie wird mit einer speziellen Wärmebildkamera erstellt, die Infrarotlicht mit einer Wellenlänge zwischen acht Mikrometern und vierzehn Mikrometern aufnimmt. Die Kameras haben zwar eine, verglichen mit Digitalkameras, schlechte Auflösung – zwischen 120 mal 160 bis zu 240 x 320 Pixel – dies reicht aber völlig aus. Bei der Entwicklung der Aufnahmen wird dann jeder Temperatur eine bestimmte Farbe zugeordnet. Es hat sich eingebürgert, eine Farbpalette zu nutzen, mit der tiefe Temperaturen in Blautönen, mittlere in Grün bis Orange und hohe Temperaturen in Rottönen dargestellt werden. Da die Skalierung der Farbpalette nicht festgelegt ist, kommt ihr eine große Bedeutung zu. Deshalb wird empfohlen, bei Außenaufnahmen die Umgebungstemperatur bei einem Fünftel der Skala einzuordnen, bei Innenaufnahmen die Innentemperatur bei sieben Zehnteln. Nur unter dieser Voraussetzung ist die Darstellung wertneutral.

Was bringt eine Thermografie?

Die Thermografie hat sich in der Energieberatung gut etabliert. Das liegt unter anderem daran, dass eine Thermografie sehr anschaulich auch für Laien darstellt, wo Handlungsbedarf besteht. Auf einem Thermogramm erkennt jeder sofort:

  • Schwachstellen in der Wärmedämmung
  • Wärmebrücken
  • Hitzeschutz
  • Fehler in der Luftdichtigkeit
  • Fehler in der Bauwerksabdichtung gegen Feuchtigkeit
  • Dichtigkeit von Flachdächern
  • Dichtigkeit von Kühlhäusern
  • Putzschäden

Daher ist eine Thermografie eine sinnvolle Maßnahme, die vor der Sanierung eines Hauses und vor einer geplanten Wärmedämmung durchgeführt werden sollte. Aber auch zur Aufdeckung von Mängeln in einer schon durchgeführten Wärmedämmung, also nach der Sanierung, kann eine Thermografie herangezogen werden.

Durchführung der Thermografie durch den Schornsteinfeger

Bei einer seriösen Thermografie wird eine ganze Reihe von Thermogrammen vom Schornsteinfeger erstellt. Die häufig angebotenen vier Aufnahmen geben vielleicht Anhaltspunkte, für eine ernsthafte Analyse reichen sie nicht aus. Eine Thermografie umfasst im Übrigen nicht nur Thermogramme der Außenhülle. Ganz im Gegenteil, Innen-Aufnahmen sind in den meisten Fällen deutlich aussagekräftiger. Bei der Durchführung einer Thermografie wird der Schornsteinfeger auf die Witterungsbedingungen achten. Idealerweise werden die Aufnahmen in der kühleren Jahreszeit erstellt. Empfohlen werden Außentemperaturen von fünf Grad oder weniger. Außerdem wird der Schornsteinfeger darauf achten, dass der Himmel nicht wolkenlos ist, es nicht zu stark regnet und kein zu starker Wind bläst.

Kosten für die Thermografie

Eine seriöse Thermografie besteht aus rund zehn bis zwanzig Aufnahmen, sollte eine ausführliche Analyse enthalten und der Schornsteinfeger sollte auch Handlungsempfehlungen geben. Das alles ist nicht zum Schnäppchenpreis zu bekommen. Mit mindestens 200 Euro für eine Thermografie muss daher unbedingt gerechnet werden. Wird die Thermografie vom Schornsteinfeger im Rahmen einer Energieberatung durchgeführt, kann auch ein Zuschuss beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Das BAFA zahlt pro Thermogramm 25 Euro, insgesamt maximal 100 Euro.